Klimafreundlichkeit im Alltag: Nachhaltige Möbel.

Sven Wernicke

Sven Wernicke

Auf seinem Blog GreenGadgets.de schreibt Sven über grüne Trends und Produkte. Hier auf vielleicht.de schreibt er über neue Entwicklungen am Möbelmarkt, die nicht nur schick aussehen, sondern auch ein nachhaltiges Wohnen ermöglichen.

Klimafreundlich Wohnen.

Nachhaltigkeit. Ein abstraktes Wort, aber mittlerweile allgegenwärtig. Wir sollen nachhaltig leben und handeln. Das gilt sogar beim Kauf von Möbeln. Wie das zusammenpasst und was wir Konsumenten davon haben? Wer sich neue Möbel zulegt und keinen Gedanken an die Herkunft des Holzes oder die verwendeten Materialien verschwendet, denkt nicht nachhaltig. Denn wir sollten uns eigentlich bewusst darüber sein, was wir erwerben und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde.

Wenn (Regen-)Wälder für unseren Tisch abgeholzt werden mussten, der benutzte Leim aus nicht biologisch abbaubaren Stoffen besteht und eine spätere Entsorgung der Umwelt eher schaden würde, tun wir uns und unserer Zukunft keinen Gefallen. Nachhaltig wohnen bedeutet, sich im Klaren darüber zu sein, woraus ein gekauftes Produkt besteht und wie sich dieses auf uns auswirkt.

Im besten Fall besteht besagter Tisch vielleicht doch besser aus Holz, das aus nicht weit entfernten Wäldern kommt, welche wieder aufgeforstet werden. Der Leim könnte einen biologischen Ursprung haben und schnell abgebaut werden. Eventuell werden sogar recycelte Materialien genutzt oder es wird auf Plastik verzichtet?

Nachhaltiges Wohnen
Nachhaltige Möbel

Nachhaltigkeit heißt auch, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen.

Aber: Wer mit dem Kauf neuer Dinge die Umwelt nicht unnötig schädigen möchte und wissen will, ob bereits bei der Herstellung Gifte freigesetzt, Landschaften zerstört oder gar Arbeiter schlecht behandelt wurden, muss sich mit den Hintergründen beschäftigen und gegebenenfalls recherchieren. Setzt der jeweilige Hersteller auf nachhaltige Möbelproduktion? Welche Ressourcen verbraucht er und sind diese umweltverträglich und klimafreundlich? Sicherlich schwirren einem noch weitere Fragen durch den Kopf, wenn man sich intensiver mit dieser Thematik auseinandersetzt. Doch das lohnt sich, denn es besteht eigentlich keine Notwendigkeit, mit der eigenen Konsumfreude Schaden anzurichten, für den man sonst indirekt verantwortlich wäre.

In der Möbel-Branche existieren längst Unternehmen, die auf nachhaltige Möbelproduktion achten – bezogen auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Für uns als Konsumenten hat dies auch Vorteile, denn so erhalten wir unkompliziert Produkte, die uns kein potenziell schlechtes Gewissen bescheren. Mit manchmal sehr einfachen Ideen wird das Klima geschont, Müll vermieden oder ein späteres Recycling erleichtert.

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Nachhaltigkeit ist individuell.

„Wieso sollte ich mich um all das kümmern?“ Sollten Umwelt- und Naturschutz keine entscheidenden Rollen beim Kauf spielen, ist das freilich bedauerlich. Aber nachhaltige Möbel besitzen weitere, sozusagen oberflächliche Vorteile: Sie sehen häufig außergewöhnlich aus und sind sehr individuell. Wer genug vom Möbelhaus-Einheitsbrei hat und wem das Talent fürs Selbermachen fehlt, wird überrascht sein, wie schön so manche Tische, Stühle und Lampen sein können. Gewiss mögen manche Wohn-Accessoires aus diesem Segment gegenüber herkömmlichen Varianten teurer sein, dafür besitzt sie nicht jeder. Und etwas sparen kann man im Zweifel ja auch in anderen Bereichen, beispielsweise beim Stromanbieter.

Nachhaltige Möbel
Nachhaltig Möbel

Nachhaltige Möbel.

Was man sich unter nachhaltigen Möbeln vorstellen kann? Dahinter verbergen sich weniger kuriose Dinge, als man auf den ersten Blick vielleicht vermutet. Und trotzdem stecken meist kreative, moderne Ansätze und überaus ansprechende Design-Ideen drin. Spannend ist beispielsweise der modular aufgebaute Stuhl Spyndi. Dieser lehnt sich an der Form der menschlichen Wirbelsäule an und lässt sich nach eigenen Vorstellungen zusammensetzen. Sollte mal eine Komponente das Zeitliche segnen, wird sie einfach ausgetauscht. Ohnehin versprechen die litauischen Macher eine lebenslange Garantie. Regionales Kiefernholz und eine biologische Lackierung deuten den nachhaltigen Gedanken an.

Lokale Wirtschaft unterstützen.

Ein weiterer Vorteil der Nachhaltigkeit: Es entstehen auch hierzulande wieder Handwerksbetriebe, die sich auf alte Tugenden besinnen, auf Massenproduktion verzichten und dafür auf die Qualität sowie den Ursprung der Materialien achten. Statt weit entfernte Großkonzerne zu unterstützen, hilft man kleinen Betrieben „um die Ecke“, Mitarbeiter zu bezahlen und einen gesunden Wirtschaftskreislauf zu schaffen. Auch das ist ein Bestandteil des nachhaltigen und klimafreundlichen Wohnens.

Die aus Schwäbisch Hall stammende Firma Maigrau verfolgt einen sympathischen Ansatz. So geht man „verantwortungsvoll mit Ressourcen um“ und verarbeitet vorrangig natürliche Materialien wie Holz, Metall, Textilien und Leder. Auf synthetische Werkstoffe und Substanzen möchte man weitgehend verzichten. Die Ergebnisse sind unter anderem ansprechende Tische oder Garderoben, aber auch  minimalistische und erstaunlich ästhetische Leuchten.

Apropos ästhetisch: Aus Berlin kommen Deckenlampen und andere Einrichtungsgegenstände mit dem Namen Verschnitt. Unter diesem Label entstehen schicke Produkte aus Holzresten, die in einem hiesigen Sägewerk sonst weggeworfen oder vernichtet worden wären. Das Material stammt aus Wäldern der Umgebung, die Fehler der Rohstoffe werden zu hübschen und unkonventionellen Designelementen.

Eine Ecke weiter geht das britische Unternehmen Pentatonic, das nicht nur Ausschussware wie fehlerbehaftetes Glas aus der Smartphone-Produktion verarbeitet, sondern ebenfalls alte Plastikflaschen, Aluminiumdosen oder gar CDs und DVDs. Aus dem geschredderten Müll, der unter anderem in der Umgebung gesammelt wurde, entstehen hochwertige Möbel. Auch hier verzichten die Verantwortlichen auf schädliche Kleber oder Harze. Sogar eine Reparatur bei Defekten ist vorgesehen. Wer die Gläser, Tische und Sessel nicht mehr mag, kann sie später wieder zurückgeben. Der Hersteller verspricht feste Ankaufspreise. Diese Einrichtungsgegenstände werden in den Kreislauf eingebracht, es entstehen also wieder neue Möbel. Ein sehr intelligenter Ansatz. Und von Hässlichkeit kann bei dem Portfolio von Pentatonic wirklich nicht die Rede sein.

Nachhaltige Möbel sehen oftmals hervorragend aus und unterstreichen die Individualität der Käufer. Vor allem wichtig: Gegenüber herkömmlichen Alternativen entstehen keinerlei Nachteile. Ganz im Gegenteil. Denn hier wird der Alltag verschönert und lebenswerter gestaltet, ohne der Umwelt zu schaden oder gar Menschen auszubeuten.

Nachhaltige Möbel

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