Nachhaltige Mode – 9 Tipps, die Klima und Umwelt schonen.

Justine Siegler

Justine Siegler

Auf justinekeptcalmandwentvegan.com schreibt Bloggerin Justine über vegane Mode, Fair Fashion, Nachhaltigkeit und vegane Rezepte. Hier bei uns gibt sie viele hilfreiche Tipps, wie ihr mit nachhaltiger Mode euren Kleiderschrank umwelt- und klimafreundlicher gestalten könnt.

Öko-Kleidung sieht längst nicht mehr "öko" aus.

Nachhaltige Mode tut sich teilweise schwer, das Kartoffelsack-Image abzuschütteln. Denn mit Öko-Kleidung verbinden viele Menschen noch immer das Hippie-Top und die braune Walla-Walla Hose. Dass Öko-Kleidung längst nicht mehr „öko“ aussieht und warum es so wichtig ist, dass wir alle mehr Bewusstsein in unseren Kleiderschrank kriegen, darüber kläre ich heute ein wenig auf. Nachhaltige Kleidung fängt bei chlorfrei gebleichten Jeans ohne Plastikknopf an und sie hört beim weißen, fairen Bio-Baumwoll-Shirt auf. Doch alles der Reihe nach.

Nachhaltige Mode

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Nachhaltige Mode Produktion

Pestizide: Vom Feld auf unsere Haut.

Was ist eigentlich nachhaltig und was nicht? Betrachten wir mal ein ganz gewöhnliches Baumwoll-Shirt. Baumwolle ist sehr beliebt in der Bekleidungsindustrie und ist an sich nicht schlecht. Doch was alles hinzugefügt wird, damit aus der Pflanze ein Shirt wird, ist leider alles andere als nachhaltig. Bereits beim Baumwollanbau ist der Einsatz von unsachgemäß vielen Pestiziden gang und gäbe, danach folgen chemisch-synthetische Behandlungen in der Weiterverarbeitung. Als sei es nicht schlimm genug, dass der Anbau die Böden völlig auslaugt und verseucht, leidet im gleichen Zuge auch die Gesundheit vieler Menschen, deren Arbeitsplatz und Lebensraum von Pestizidbelastung geprägt ist. Es wird geschätzt, dass alleine in der Baumwollproduktion über 500 Millionen Menschen deren Giften ausgesetzt sind.

Diese Belastung endet hier jedoch nicht, sie betrifft auch den Endkunden. Denn was tragen wir auf unserer Haut? Die Pestizide und die chemischen Zusatzstoffe sind nicht plötzlich verschwunden, wenn sich Baumwolle in das Shirt verwandelt, das wir tagtäglich auf unserer Haut tragen. Auch wenn es nur sehr sensible Menschen und Allergiker spüren: Chemie auf der Haut zu tragen, ist für jeden schädlich. Alles, was auf unserer Haut landet, dringt im Endeffekt in unseren Körper ein.

Der Teufelskreis der Kunstfasern.

Nachhaltigkeit in der Bekleidungswelt hat so viele Aspekte, und ich möchte gerne noch einen weiteren ansprechen. Während noch vor einigen Jahrzehnten alles Natur pur war und man Plastik weder im Haushalt noch auf der Kleidung kannte, steckt heutzutage in vielen Kleidungsstücken Plastik: beispielsweise versteckt unter den Namen Polyacryl, Polyester, Polyamid (Nylon). Pullis, Cardigans, Knöpfe, Reißverschlüsse, und Fleecejacken sind nur einige wenige Beispiele.
Wenn diese Kleidung dann in der Waschmaschine gewaschen wird, gehen winzige Plastikpartikel namens Mikroplastikpartikel in das Abwasser ab. Bei jeder Wäsche lösen sich hunderttausende winzige Fasern aus der Kleidung. Vom Abwasser gelangen die winzigen Partikel in Kläranlagen und auch dort können die winzigen Kunststoffteilchen kaum herausgefiltert werden. Ihre Reise geht dann also weiter in offene Gewässer und letztendlich ins Meer, wo sie den Lebensraum vieler Tiere bedrohen. Mit Klärschlamm können die kleinen Plastikpartikel auch auf Felder gekippt werden und sind somit in unseren Böden. Es entsteht ein Teufelskreis aus Plastik.

Wenn man überlegt, wie viele Waschmaschinen auf dieser Welt laufen und Kleidung waschen, die Plastik enthält, dann ist das schon bedenklich. Denn das alles summiert sich und schadet der Umwelt und somit letztendlich wieder uns Menschen immens.

Doch was kann man heute konkret tun, um seinen Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten?

Nachhaltige Mode Biokleidungsstuecke

Hier ein paar Einsteigertipps:

1

Bio-Kleidung kaufen.

Wenn uns und der Umwelt Pestizide nicht gut tun, dann am besten beim Neukauf von Kleidung darauf verzichten und auf zertifizierte Bio-Kleidung zurückgreifen. Hier können wir sicher sein, dass keine umweltschädlichen Gifte eingesetzt wurden.

Biokleidung – nachhaltige Mode
Tipp - natürliche Materialien

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Natürliche Materialien.

Plastikfreie Kleidung ist hier das Stichwort. Im besten Fall besteht der Kleiderschrank überwiegend aus Naturtextilien, dazu gehören beispielsweise Baumwolle, Tencel, Leinen und Hanf. Wusstet ihr, dass Hanf einer der nachhaltigsten Rohstoffe ist? Die Hanfpflanze wächst überdurchschnittlich schnell und braucht sehr wenig Wasser.

3

Waschsack, um die Umwelt vor Mikroplastikpartikeln zu schützen.

Auch wenn man darauf achtet, nur noch Kleidung aus Naturfasern zu kaufen, landet vielleicht doch hin und wieder ein Stück mit einem kleinen Kunstfaseranteil in der Garderobe. Davon abgesehen gibt es ja auch noch die Sachen, die man schon besitzt. Diese Sachen dann nach dem Tragen nie wieder zu waschen, um der Umwelt nicht zu schaden, könnte bei Mitmenschen zu wenig Freude führen und ist somit nicht die ideale Lösung.

Es gibt mittlerweile bereits spezielle Waschsäcke, in die man die Kleidung füllen kann und die dank des durchdachten Materials helfen, keine Mikroplastikpartikel in die Waschmaschine abzugeben.

Tipp Mikroplastikpartikel
Nachhaltige Mode

4

Kleidung fertig tragen.

Es geht nicht nur darum, dass Teile, die neu in den Kleiderschrank einziehen, bio sind, sondern auch darum, von vornherein weniger zu kaufen und die Sachen, die man schon hat, auszutragen. Alte, gute Kleidung wegzuwerfen, ist auch keinesfalls nachhaltig.

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Kleidung aufpimpen.

Dir gefällt ein Teil nicht mehr so gut, die Qualität ist aber noch richtig toll? Dann könntest du dir überlegen, den altmodischen Blazer kürzen zu lassen und mit einer Schleife aufzuhübschen. Ein Patch auf die Jeans zu bügeln oder dem Pulli eine neue Farbe zu verpassen, sind nur zwei von unendlich vielen Möglichkeiten, deiner Kleidung neues Leben einzuhauchen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und man kann sich wieder neu in alte Teile verlieben.

Nachhaltige Mode – Upcycling
Nachhaltige Mode: verkaufen und verschenken

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Kleidung verkaufen und verschenken.

Es ist nicht nachhaltig, Kleidung, die man gar nicht mehr tragen möchte oder die nicht mehr passt, wegzuwerfen. Die nachhaltigere Option ist, die Sachen an Menschen weiterzugeben, die sie gerne tragen möchten. Man kann ganz einfach alles, was man aussortiert hat, auf Online-Plattformen oder auf Flohmärkten verkaufen oder das eine oder andere Stück an Freunde verschenken. Die Sachen zu spenden, ist natürlich ebenfalls sinnvoll.

Fakt ist: Jedes Teil, das weiterverwendet und nicht weggeworfen wird, ist nachhaltig, weil es den Neukauf ersetzt.

7

Secondhand.

Das bringt mich auch gleich zum nächsten Punkt. Wann hast du das letzte Mal ein Secondhand-Teil gekauft? Mittlerweile gibt es eigentlich alles online. Egal, ob du eine ausgebleichte Jeansjacke, ein weißes Hemd, eine Designer-Handtasche, einen rot gepunkteten Baumwoll-Rock oder eine Skinny Jeans suchst, das alles gibts da draußen gebraucht. Irgendwer verkauft genau das Teil, das du suchst. Im besten Fall kauft man secondhHand natürlich in einem Geschäft, online ist aber auch eine tolle Sache.

Second Hand – nachhaltige Mode
Regionale Kleidung

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Regionale Kleidung einkaufen.

In Österreich beispielsweise ist Hanf ein regionaler Rohstoff. Regional verarbeite Kleidung zu kaufen, bedeutet nicht nur, nachhaltig einzukaufen, sondern auch, die Wirtschaft im eigenen Land zu unterstützen und somit vielleicht traditionelles Handwerk zu schützen. Ein Kleidungsstück wird dann als regional bezeichnet, wenn von der Rohstoffproduktion bis hin zum Nähen des Textils die Arbeitsschritte vorrangig in diesem Land stattfinden.

9

Faire Kleidung einkaufen.

Labels, die fair produzieren, achten darauf, dass Mitarbeiter einen sicheren Arbeitsplatz haben und gut bezahlt werden. Die Angabe, dass die gesetzlichen Mindestlöhne eingehalten werden, genügt schlicht nicht, da in vielen Ländern diese Vorgaben entweder viel zu niedrig sind, um davon ansatzweise leben zu können, oder es schlicht keine Regelung gibt. Wo grün draufsteht, muss nicht immer grün drin sein, Stichwort Greenwashing. Auf faire Kleidung zu achten, bewirkt, dass Menschen nicht in einstürzenden Fabriken arbeiten, höchst schädlichen Dämpfen ausgesetzt sind oder durch unmenschlich niedrige Bezahlung ausgebeutet werden – auch das bedeutet Nachhaltigkeit.

Faire Kleidung – nachhaltige Mode

Wir alle können die Welt ein Stück besser machen und sowohl Umwelt als auch Mensch schützen, wenn wir mit größerem Bewusstsein durchs Leben gehen und nachdenken, bevor wir einkaufen. Das fängt bei nachhaltiger Bio-Kleidung an, geht über die Plastiktüte, die durch einen wiederverwendbaren Stoffbeutel ersetzt wird, und hört bei der Waschmaschine auf, die du vielleicht secondhand kaufst und nicht niegelnagelneu im Fachhandel.

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