Nachhaltiger Konsum: Richtig einkaufen.

Maurice Green

Maurice Green

Mit wegreen.de betreibt Maurice die größte Produktsuchmaschine für nachhaltigen Konsum. Seit über 7 Jahren hilft seine Nachhaltigkeits-Ampel bei guten Kaufentscheidungen. Hier auf vielleicht.de schreibt er über die Dinge, auf die man wirklich achten sollte, wenn man die Welt ein bisschen besser machen möchte.

Nachhaltig leben.

Inzwischen hat vermutlich jeder schon mal das Wort Nachhaltigkeit gehört, und viele Menschen versuchen, ihren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Zum Beispiel rühmen wir uns in Deutschland gerne, den Müll zu trennen oder Plastiktüten zu vermeiden. Andere Dinge haben jedoch einen deutlich stärkeren Einfluss. Zum Beispiel die Wahl des Transportmittels oder des Stromanbieters oder – wie es einige Forscher behaupten – unser Bankkonto. Denn Banken investieren das Geld auf unserem Konto oft in Dinge, die wir als Bürger niemals unterstützen würden.

Den weitaus größten Einfluss hat aber unser täglicher Konsum von Lebensmitteln, Kleidung, Elektronikgeräten und allen möglichen Haushaltsprodukten. Dabei ist gar nicht die Entsorgung der entscheidende Punkt, sondern der Herstellungsprozess und die Nutzung.

Nachhaltiger Konsum

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Der Siegel-Dschungel.

Wie können wir nun herausfinden, ob Produkte unter Bedingungen hergestellt werden, die gut sind für Mensch und Natur? Leider ist das gar nicht so einfach. Allein in Deutschland gibt es über 400 Siegel und Organisationen, die die Nachhaltigkeit von Produkten oder Herstellern bewerten. Und davon sind bestimmt nicht einmal die Hälfte wirklich seriös. Inzwischen haben die Marketingabteilungen das Thema für sich erkannt, und jede Marke versucht, ihre Produkte als grün zu verkaufen. Da kann man als Verbraucher schon mal schnell den Überblick verlieren bzw. es stellt sich die Frage, auf welche Siegel man denn nun wirklich achten sollte.

Nachhaltiger Konsum – Siegel
Nachhaltiger Konsum Unternehmen

Außerdem ist nachhaltiger Konsum vielschichtig. Einige Siegel konzentrieren sich zum Beispiel nur auf Teilaspekte wie Tierschutz, Energieeffizienz oder Klimafreundlichkeit. Neben den Siegeln gibt es auch zahlreiche NGOs, Verbraucherschutzorganisationen oder inzwischen sogar Rating-Agenturen, die ganze Unternehmen überprüfen. Diese ganzheitliche Überprüfung macht Sinn, denn beim Kauf eines neuen Kühlschranks kann es durchaus passieren, dass der Kühlschrank zwar ein Umweltsiegel trägt, aber von einem Hersteller stammt, der Atomkraftwerke baut.

Diese Informationen werden glücklicherweise immer transparenter und genauso, wie man zum gläsernen Kunden wird, können auch die Unternehmen ihre Aktivitäten immer weniger verbergen. Bald wird sogar eine Nachhaltigkeitsberichtspflicht eingeführt. Nur leider sind diese vielen Informationen noch sehr unübersichtlich. Worauf sollte man also achten?

Nachhaltiger Konsum muss ganzheitlich betrachtet werden.

Jeder hat einen Nachhaltigkeits-Aspekt, der ihm am wichtigsten ist, wie zum Beispiel Menschenrechte beim Herstellungsprozess oder gesunde und ökologische Inhaltsstoffe. Unterm Strich sollten aber alle Aspekte des nachhaltigen Konsums berücksichtigt werden. Man spricht von den 3 Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Inzwischen wird aber eher in 8 Kategorien bewertet. Die Auswirkungen auf die Umwelt spielen dabei eine zentrale Rolle. Ressourcenverbrauch ist seit jeher ein Kernpunkt von nachhaltigem Wirtschaften.

8 Kriterien für Nachhaltigen Konsum
Nachhaltiger Konsum – Herstellung

Auch die Klimaverträglichkeit ist wie die Umweltverträglichkeit eine Unterkategorie des Ökologischen. Da der Klimawandel zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit geworden ist, wird dieser Aspekt inzwischen meist gesondert betrachtet.

Die soziale Nachhaltigkeit teilt sich auf in die interne und externe. Unter interner Nachhaltigkeit versteht man die Auswirkungen auf die Mitarbeiter eines Herstellers und die Arbeitsbedingungen. Unter externer Nachhaltigkeit versteht man die Auswirkungen auf die Gesellschaft: also alle anderen vom Herstellungsprozess Betroffenen, wie bspw. Anwohner, Zulieferer oder die Gesellschaft als Ganzes.

Die ökonomische Nachhaltigkeit wird oft vergessen: Die Produkte müssen auch für die Konsumenten bezahlbar sein, und das Unternehmen kann nur weiter existieren, wenn es eben langfristig nachhaltig wirtschaftet.

Spätesten seit den ganzen Lebensmittelskandalen und dem Boom der ökologischen Landwirtschaft ist eine weitere Dimension hinzu gekommen: Gesundheit. Ein gesunder Lebensstil muss nicht zwangsläufig ein nachhaltiger sein und umgekehrt. Aber inzwischen werden die beiden Themen oft zu Recht miteinander verknüpft.

Und dann gibt es noch die Kommunikation. Dabei geht es zum einen um die Transparenz mit der ein Unternehmen über seine Aktivitäten berichtet. So gibt es zum Beispiel Unternehmen, die Greenwashing betreiben und lediglich behaupten, nachhaltig zu sein. Und es gibt die ehrlicheren, die aufrichtig einen Zustand beschreiben, der aber meistens noch nicht ausreicht, um zum Beispiel die Klimaziele von Paris zu erreichen.

Zu guter Letzt geht es noch um die Reputation des Unternehmens, also die Frage, wie andere über das Unternehmen sprechen – speziell Medien und NGOs haben dabei mit den durch sie aufgedeckten Skandalen einen enormen Einfluss auf die Reputation von Marken.

Nachhaltiger Konsum

Wer bewertet eigentlich?

Nun weiß man zwar, worauf geachtet werden soll. Aber es besteht immer noch das Problem, dass enorm viele verschiedene Arten existieren, Nachhaltigkeit zu bewerten. Und dass natürlich auch wichtig ist, wer denn überhaupt die Bewertung vornimmt und ob man dieser Institution trauen kann. Lobbyismus und die Beeinflussung von Forschung lassen uns zu Recht skeptisch werden.

Zunächst sollte man beim nachhaltigen Einkaufen auf sein Bauchgefühl hören und sich fragen, ob das Siegel oder die bewertende Organisation glaubwürdig sind. Bei Umweltschutzorganisationen denken die meisten vermutlich, dass deren Aktionen ernst gemeint sind, wohingegen ein wissenschaftlich daherkommendes Institut oft schon suggeriert, dass Unternehmensgelder dahinterstecken. Wenn man das genauer wissen will, kann man natürlich überprüfen, ob das Siegel oder die Organisationen wirklich seriös sind. So gibt zum Beispiel der Deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung einen Einkaufsratgeber heraus, der die wenigen guten Siegel erklärt und empfiehlt.

Außerdem sollte man noch darauf achten, wie aktuell die Bewertungen sind. Im Nachhaltigkeitsbereich tut sich viel, und ein Unternehmen, das letztes Jahr noch Negativschlagzeilen gemacht hat, kann heute schon deutlich besser sein. Wenn man es ganz genau wissen will, könnte man auch einfach mal nachforschen oder nachfragen. Zum Beispiel, wie genau die Bewertung zustande gekommen ist, ob ein genauer, quantifizierbarer Kriterienkatalog dahintersteckt oder ob diese Informationen überhaupt zugänglich sind.

Die Nachhaltigkeits-Ampel schafft Transparenz.

Da es enorm aufwendig wäre, all diese Informationen vor jeder Kaufentscheidung einzuholen, haben wir bei wegreen.de die Nachhaltigkeits-Ampel entwickelt. All die oben beschriebenen Aspekte wurden in ihr berücksichtigt. Alle vorhandenen Daten werden gesammelt und in einem automatischen Bewertungsalgorithmus zusammengefasst. So kann man auf den ersten Blick erkennen, ob ein Produkt gut, schlecht oder mittelmäßig ist. Sofern man sich für die Details interessiert, werden alle Bewertungen erklärt und aufgelistet. Oder sofern das gewünschte Produkt mal nicht so nachhaltig ist, werden grünere Alternativen empfohlen. Und die müssen nicht unbedingt teurer sein. Auf wegreen.de findet sich die weltweit größte Produktdatenbank für nachhaltiges Einkaufen und ein Zusammenhang zwischen Preis und Ampelfarbe ist nicht wirklich zu erkennen. Also kann nachhaltiger Konsum letztendlich doch wieder einfach und langfristig sogar günstiger sein!

Nachhaltigkeits-Ampel

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